Motorwagen

Bremszylinder Kompressor Lufttrockner mit Druckregler Luftbehälter Luftbehälter
Vierkreisschutzventil
Handbremsventil Betätigungszylinder Dauerbremse Belüftungsventil Regenerationsbehälter Luftbehälter Federspeicherbremszylinder
Doppeldruckmanometer Betätigungszylinder Dauerbremse Belüftungsventil Luftbehälter Kupplungskopf Vorrat
Überlastschutzventil
Betriebsbremsventil ALB-Regler Anhängersteuerventil Warnschalter Kupplungskopf Bremse
Prüfanschluss
Federspeicherbremszylinder
Bremszylinder
     

1 Kompressor

8 Bremszylinder

14 Doppeldruckmanometer

2 Lufttrockner mit Druckregler

9 Federspeicherbremszylinder (Kombizylinder)

15 Kupplungskopf Vorrat

3 Regenerationsbehälter

10 ALB-Regler

16 Kupplungskopf Bremse

4 Vierkreisschutzventil

11 Überlastschutzventil

17 Prüfanschluss

5 Luftbehälter

12 Anhängersteuerventil

18 Warnschalter

6 Betriebsbremsventil

13 Handbremsventil

19 Belüftungsventil

7 Betätigungszylinder Dauerbremse

 
Funktionsweise des Anti-Blockier-System (ABS)
 

Bremsanlagen

Bei Zugmaschinen vorgeschriebene Bremsanlagen:

  • Betriebsanlage
  • Feststellbremsanlage

Die Betriebsanlage von Zugmaschinen wirkt meist auf die Hinterräder, bei Allradantrieb auch auf die Vorderräder. Bei Zugmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h, Transportkarren und selbst fahrenden Arbeitsmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h, muss die Betriebsanlage auf alle Räder wirken (Allradbremse).

Zum Einbau gelangen:

  • Mechanische Bremsanlagen
  • Flüssigkeitsbremsanlagen (hydraulische Bremse)
  • Druckluftbremsanlage (meist nur auf die Räder des Anhängers wirkend)

Lenkbremse

Um auf kleinstem Platz umkehren zu können, sind Zugmaschinen mit einer sogenannten Lenkbremse ausgestattet. Über ein geteiltes Bremspedal besteht die Möglichkeit, nur ein Rad abzubremsen. Die Lenkbremse darf allerdings nur am Feld eingesetzt werden. Beim Fahren auf öffentlichen Straßen ist darauf zu achten, dass die Pedalhälften mit der dafür vorgesehenen Verbindungslasche fest miteinander verbunden sind. Ebenso darf die Lenkbremse beim Ziehen von Anhängern keinesfalls verwendet werden.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rollbremsprobe (Zerrbildprobe oder Schlupfspurprobe)

Die Kontrolle der gleichmäßigen Bremswirkung der Betriebsbremse des Motorwagens und Anhängers erfolgt bei circa 30 km/h mit der Zerrbild- oder Schlupfspurprobe:

  • Trockene, normale griffige Fahrbahn
  • Fahrgeschwindigkeit 30 km/h
  • Kontrolle des Nachfolgeverkehrs
  • Intensiver Bremsvorgang im ausgekuppelten Zustand
  • Nach dem Stillstand circa 1/2 m vorwärts- oder rückwärtsfahren
  • Durch den Bremsvorgang kam es an den Aufstandsflächen der Reifen zu einem Zerrbild (leichte Abschürfungen in Umfangsrichtung), das jetzt durch das Vorwärts- oder Rückwärtsfahren gut sichtbar ist
  • Das Zerrbild muss an allen Reifen sichtbar und gleich stark sein

 

Fahrbremsprobe (bei Klasse F nur bedingt möglich)

Kontrolle der Bremswirkung der Betriebsbremse

Die Kontrolle der gesetzlich geforderten Bremswirkung der Betriebsbremse erfolgt grundsätzlich auf einem Bremsprüfstand bzw. durch den Lenker selbst mit der Fahrbremsprobe (50 km/h - maximal 25m).

 

Feststellbremse

Mechanische Feststellbremse prüfen

Bei mechanischen Feststellbremsen Zustand und Leichtgängigkeit der Seile oder der Gelenke der Bremsgestänge prüfen.

  • Gelenke schmieren
  • Seilzüge nach Betriebsanleitung warten

Kontrolle der Bremswirkung der Feststellbremse

Die Kontrolle der gesetzlich geforderten Bremswirkung der Feststellbremse erfolgt mit einem vollgeladenen LKW, der in einem Gefälle oder einer Steigung von 18% durch die Feststellbremse gehalten werden muss.

Beim Mitführen eines Anhängers muss der Handbremshebel in die Kontrollstellung gebracht werden (Anhänger wird nicht gebremst). LKW und Anhänger müssen in einem Gefälle oder einer Steigung von 12% durch die Feststellbremse gehalten werden können.

Bei der als Hilfsbremse zugelassenen Feststellbremse wird bei ca. 30 km/h kontrolliert, ob ein feinfühliges, abgestuftes Bremsen möglich ist.

Verlangsameranlagen ´

Dauerbremsanlagen

(Die durch Druckluft betätigten Radbremsen sind nicht für den Dauerbetrieb konstruiert.)

 

 

Auspuffklappenbremse (Motorstaubremse)

Die Abgase werden durch eine in der Abgasleitung eingebaute Drosselklappe aufgestaut. Der Motor verrichtet beim Ausschieben der Zylinderladung zusätzliche Arbeit (gegen den Staudruck in der Abgasleitung). Die Drosselklappe wird vom Fahrer bei Bedarf per Druckluft eingeschaltet (Kreis 4 der EG-Bremsanlage). Gegen den von der Klappe erzeugten Gegendruck muss jeder einzelne Zylinder eines Viertaktmotors jeweils im vierten Arbeitstakt ausschieben.

 

 

Hydrodynamische Retarder (Strömungsbremsen)

Hydrodynamische Retarder bestehen aus einem Rotor (drehbar) und einem Stator (feststehend), die in einem mit Öl gefüllten Gehäuse angeordnet sind. Man spricht auch von Bremsrotor und Bremsstator.

Der Bremsrotor sitzt auf der Antriebswelle des Retarders, der Bremsstator ist mit seinem Gehäuse verbunden.

Durch die Fahrbewegung dreht sich der Bremsrotor und bringt das Öl im Gehäuse in Bewegung. Die Bewegung des Öls (und damit die Bewegung der Antriebswelle) wird durch die Kammern des Bremsstators abgebremst.

 

Elektrodynamische Retarder (Wirbelstrombremse)

Anordnungsmöglichkeiten und Funktionsweise eines elektrodynamischen Retarders entsprechen denen des hydrodynamischen Retarders. Bei den elektrodynamischen Retardern kommen jedoch zwei beiderseits des Stators angeordnete Rotoren zum Einsatz.

Elektrodynamische Retarder heißen aufgrund ihrer Wirkungsweise auch Wirbelstrombremsen. Sie werden über einen Handschalter vom Fahrerplatz aus geschaltet.

Meist stehen vier Stufen für unterschiedlich starke Bremswirkungen zur Verfügung.

Erregerwicklung

Der Stator besteht aus kreisförmig angeordneten Erregerspulen, deren Wicklungen mit elektrischem Strom der Batterie bzw. des Generators gespeist werden. Der Stator ist fest mit dem Fahrzeugrahmen verbunden. Er erzeugt ein Magnetfeld, das von der Stärke des elektrischen Stroms in den Erregerspulen abhängt.

Induzierte Wirbelströme

Zwei nicht magnetisierbare Stahlscheiben bilden die Rotoren. Sobald elektrischer Strom durch die Erregerspulen des Stators fließt, entsteht ein Magnetfeld, das in den sich drehenden Rotoren Wirbelströme induziert. Die Rotoren werden durch die induzierten Wirbelströme abgebremst. Je größer der elektrische Strom in den Erregerspulen
ist, desto größer ist die erzielbare Bremswirkung. Außerdem ist die Stärke der Abbremsung von der Höhe der Drehzahl abhängig.