Vorausschauendes und Fahrgast gerechtes Fahren  
   

 

 

Unter vorausschaundem Fahren versteht man das sogenannte verkehrsangepasste Fahren.

Das Beschleunigungs- wie auch das Abbremsverhalten entspricht dem Verkehrsfluss.

  • Fahre vorausschauend, sodass die Fahrt für die Fahrgäste als möglichst angenehm empfunden wird.
  • Achte auf eine ruck- und stoßlose Fahrweise.
     















 

Vorausschauendes Fahren

Vorsichtig Fahren ist eine übliche Formulierung. Trennt man das Wort "Vor - Sicht", dann entsteht eine fachliche Empfehlung! Man wird die Sicht weit genug nach vorne richten! Weit genug sehen heißt, bis zur Informationszone, das sind 10 Sekunden in Fahrtrichtung.

Bei einer Fahrgeschwindigkeit von:

  • 50 Km/h sind das ca. 150m.
  • 80 Km/h sind das ca. 240m.

Auch immer wieder kurze Blicksprünge zur Vorinformationszone, das sind 20 - 30 Sekunden in Fahrtrichtung! Die Blicksprünge zur Vorinformationszone müssen extrem kurz gehalten werden (maximal 1 Sek.). Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Gefahrenstellen bzw. Gefahren im Nahbereich zu spät oder sogar übersehen werden.

Auch durch die Straßenkulisse ("optische Verführer") sich nicht verleiten lassen, andauernd zu weit nach vorne zu schauen (Röhrenblick)! Optische Verführer sind z.B.:

  • Links und rechts parkende Fahrzeugreihen.
  • Hecken (links und rechts am Straßenrand).
  • Alleen.
  • Leitschienen.
  • Lärmschutzwände.

Voraussehen heißt Gefahren bzw. Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen!

Bei vorausfahrenden Fahrzeugen die "Durchsicht" ausnützen, um das Verkehrsgeschehen vor den Fahrzeugen rechtzeitig beurteilen zu können. Voraussehen und Vorausdenken (mit welchen Gefahren ist zu rechnen) gehören untrennbar zusammen. Man schließt dadurch Überraschungsmomente aus! Dadurch sind keine abrupten Manöver erforderlich!

Erfreulich für die:

  • Verkehrssicherheit,
  • Fahrgäste,
  • Chef und
  • Umwelt.

Die "vor - sichtige" Grundeinstellung bedeutet, in der Erwartung des Kommenden, kritische Geschehensabläufe mit einzubeziehen.

Dadurch wird die Gefahr im Vorfeld

  • durch ein ruhiges,
  • angepasstes und
  • souveränes Verhalten gemeistert.

Die Situation doch noch im letzten Moment, durch aktionsreiche Manöver, irgendwie zu meistern, ist sicher nicht im Sinne der Fahrgäste.

Das "voraus - planende" Verhalten bringt auch die "Bremsbereitschaft" mit sich. Bremsbereit fahren heißt, man bringt den rechten Fuß vom Fahrpedal über das Bremspedal ohne zu bremsen.

Wird man zum Bremsen gezwungen, verkürzt man durch die Bremsbereitschaft:

  • Die Reaktionszeit (ohne Bremsbereitschaft ca. 1,0 bis 1,2 Sekunden).
  • Somit den Reaktionsweg und dadurch auch den Anhalteweg!

Man kann dadurch, wenn erforderlich, bei gleicher Fahrgeschwindigkeit, das Fahrzeug auf einer kürzeren Wegstrecke zum Stillstand bringen!

Z.B. bei 50 km/h - um ca. 10 m - bei 80 km/h - um ca. 16 m!

Aus der Übersicht heraus in die Position des anderen versetzen, ihn durchschauen bzw. verstehen. Das Denken vom Anderen aus = man versetzt sich in seine Lage!

     







  Vorsichtig fahren heißt:
  • Voraussehen und Vorausdenken.
  • Vermeiden unnötiger Risiken.
  • Reserven schaffen (Distanz - Prinzip).
  • Berücksichtigung aller denkbaren Eventualitäten.
  • Mit - Sehen und Mit - Denken (mit dem anderen Verkehrsteilnehmern).
  • Fehler anderer Verkehrsteilnehmer ausgleichen können.
  • Freimachen von einem egozentrischem Verhalten (Miteinander und nicht Gegeneinander).
  • Tolerieren von Störenfrieden (Rücksicht und Nachsicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern).

Verbotenes nie.
Gebotenes immer!
Doch auch Erlaubtes manchmal nicht!

Als Berufskraftfahrer bringt man auch die notwendige Geduld gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern auf, z.B:

  • Das geduldige Nachfahren hinter Radfahrern bzw. Mopedfahrern mit übergroßem Abstand, damit sich der Lenker des einspurigen Fahrzeuges nicht bedrängt fühlt, wenn das Überholen nicht möglich ist.
  • Beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen einen übergroßen Seitenabstand (1,5 - 2 m) einhalten.
  • Durch die Größe ihres Fahrzeuges kommt es beim Überholen von einspurigen Fahrzeugen zu einem starken Luftwirbel bzw. einer starken Sogwirkung. Aus diesem Grund keine höhere Geschwindigkeitsdifferenz als 20 km/h einhalten.

Um eine Kurve oder ein Einbiegemanöver ohne Lenkkorrekturen ("rund" nicht "zerhakt") zu durchfahren, ist ein Vorsehen in die gewünschte Fahrspur erforderlich.

Das "Vor - Fahren" der richtigen Fahrspur mit den Augen!

Steuerungsfunktion der Augen einsetzen:

  • Dort wo sie hinsehen - dorthin fahren sie auch.
  • Blickrichtung - ist Fahrtrichtung.

Wird eine Kurve nicht sachgemäß durchfahren, kommt es zu einer verstärkten Querbeschleunigung der Fahrgäste. Das wird als unangenehm empfunden, manchen Personen wird sogar übel!

Selektives Sehen

Durch das selektive Sehen wird das Wichtige vom Unwichtigen getrennt. Man entwickelt einen Blickfilter und trennt das Wesentliche vom Unwesentlichen.

Der Blick wird rasch von Verkehrspartnern, die nicht mehr gefährlich werden können, gelöst. Es werden die Partner beobachtet, die noch gefährlich werden können.

Ablenkung

Sich nicht durch auffällige Fahrzeuge ablenken lassen, die eventuell gar nicht gefährlich sind. Dadurch wird verhindert, dass es zum Übersehen eines gefährlichen Fahrzeuges oder Person mit geringem Auffälligkeitswert kommt.

Für einen verantwortungsvollen Berufskraftfahrer gibt es auch keine Ablenkung durch:

  • Tagträume (z. B. geplanter Segeltörn).
  • Attraktive Frau auf dem Gehsteig.

Ein Berufskraftfahrer lässt sich auch nicht durch Fahrgäste ablenken, z. B.:

  • Ein Fahrgast belästigt andere Fahrgäste.

Richtiges Verhalten

  • Verwarnung des Fahrgastes.
  • Fahrgast bei der nächsten Haltestelle aussteigen lassen.
  • Polizei verständigen, falls die Situation bedrohlich wird.
  • Zielklares Bewegen

Durch die Größe des Fahrzeuges und durch die Rücksichtnahme auf die Fahrgäste, ist man mit einem Nfz nicht so ,,spritzig” unterwegs wie z. B. Pkw-Fahrer.

Um den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten und keine kritischen Situationen zu schaffen, ist es wichtig, alle Fahrmanöver extrem früh anzuzeigen (Fahrtrichtungsanzeiger/ Bremsleuchten).

Mindestens fünf Sekunden vor dem jeweiligen Manöver den Fahrtrichtungsanzeiger einschalten.
Beim Einsatz der Verlangsameranlage das Bremspedal kurz hintereinander leicht betätigen (impulsartiges Ausstrahlen der Bremslichter).

  • Die Verzögerung so früh wie möglich einleiten.
  • Das längere, leichte Bremsen bringt den gleichen Erfolg,
  • Wie das kurze feste Bremsen.

Das Prinzip des zielklaren Bewegens bzw. deutlichen Fahrens

Eigenes Fahrmanöver klar vorausplanen und für die anderen Verkehrsteilnehmer rechtzeitig deutlich machen!

Nie ein Verkehrsverhalten setzen, das andere Verkehrsteilnehmer überrascht!

Durch ein ,,zielklares Bewegen” (rechtzeitiges Blinken, Bremsen bzw. Einordnen) weiß der andere Verkehrsteilnehmer, womit er zu rechnen hat.